Bedachtes Sammeln von Pilzen schützt Wälder und vor Bußgeldern

geschrieben von Wilfried Gierden am 22. September 2010
Kategorie: Allgemein, Freizeit & Vereine, Natur & Umwelt


Der Wald

Der Lebensraum Wald - Ein komplexes Ökosystem (Foto: © Maria Herzger)

Nun sprießen sie an vielen Stellen wieder aus den Waldböden. Gemeint sind die in heimischen Wäldern vorkommenden schmackhaften Pilze. Die vielen Menschen, die nun wieder mit Körben bepackt durch die Wälder streifen, sind ebenfalls nicht weit entfernt. Doch oft wissen die Pilzsammler nicht, welche Vorschriften sie beachten müssen.

Pilze haben für Bäume und Waldflächen lebensnotwendige Versorgungsfunktionen. Ein übermäßiges Sammeln von Pilzen stört das sensible ökologische Gleichgewicht der Baumlandschaften. Viele beliebte und begehrte Pilze zählen außerdem laut Bundes-Artenschutz-Verordnung zu den besonders geschützten Arten. Diese dürfen laut Bundesnaturschutzgesetz nicht abgeschnitten, abgepflückt, ausgerissen, abgerissen, ausgegraben, beschädigt oder vernichtet werden.

Geringe Mengen für den eigenen Bedarf

Steinpilz

Steinpilz - Eine Reihe von Pilzarten der Gattung Dickröhrlinge (Foto: © Maria Herzger)

Eine Ausnahmegenehmigung gibt es in der Bundes-Artenschutz-Verordnung jedoch. So dürfen Steinpilz, Pfifferlinge, Birkenpilze, Rotkappen, Morcheln, Schweinsohr und Brätling in geringen Mengen für den eigenen Bedarf gesammelt werden. Das Landschaftsgesetz NRW beschränkt zudem die Sammelmenge von Maronenröhrling und Hallimasch. Zwar gehören diese Pilze nicht zu den besonders geschützten Arten, dennoch sind auch hier nur geringe Mengen für den eigenen Gebrauch erlaubt. Als geringe Menge wird zwei Kilogramm pro Pilzsucher und Tag betrachtet.

Keine Ausnahmeregelung gibt es hingegen für Trüffel, die giftigen Grünlinge, Fliegenpilze und andere Schätze unserer Wälder. Diese Pilze dürfen nicht gesammelt werden. Ebenso ist das Sammeln für den gewerblichen Verbrauch untersagt. Die gleichen Vorschriften gelten im Übrigen auch für das Sammeln von Pflanzen und Beeren.

Naturschutzgebiete und gesperrte Waldflächen

In Naturschutzgebieten und im Nationalpark Eifel ist das Sammeln von Pilzen oder Waldbeeren generell verboten. Außerdem dürfen Pilze nicht in frisch gepflanzten und jungen dichten Wäldern gesammelt werden. Ein Zutritt ist nach Landesforstgesetzt nicht gestattet.

In Gebieten, die aufgrund der Wildhege durch Schilder gekennzeichnet sind ist das Verlassen der öffentlichen Wege und solchen mit öffentlichem Charakter (z. B. Wander-, Reit- oder Lehrpfade) untersagt. Diese Waldflächen sind befristet für Pilzsammler gesperrt. In der Gemeinde Blankenheim sind das nachfolgend dargestellte Gebiete:

Blankenheim-Muerel

Gesperrte Waldfläche: Blankenheim-Wald und Mürel (Grafik: © Kreis Euskirchen)

Blankenheim-Rohr-Alteburg

Gesperrte Waldfläche: Blankenheim-Rohr, Alteburg (Grafik: © Kreis Euskirchen)

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Regeln für den Pilzsammler

Dort, wo Pilze gesammelt werden dürfen gibt es einige Regeln zu beachten. So sollen nur essbare Pilze gesammelt werden, deren Bestimmung vor Ort möglich ist. Durch ein Sammeln aller Pilze mit anschließender Sortierung zu Hause werden wichtige Pilzvorkommen zerstört. Denn auch die für den Menschen nicht verwertbaren Pilze besitzen im Ökosystem Wald wichtige Funktionen.

Hallimasch

Mehrere Pilze der Gattung Hallimasch (Foto: © Maria Herzger)

Der sicher bestimmte Pilz kann abgeschnitten oder abgedreht werden. Dabei ist zu beachten, dass das Myzelgeflecht nicht beschädigt wird. Ein entstandenes Loch ist zum Schutz des unterirdischen Pilzgeflechts wieder zu verschießen. Bereits am Sammelort sollte der Pilz von Laub, Nadeln und Erde gereinigt werden.

Die Dämmerung am Morgen und Abend sollte aus Rücksicht auf aktive Waldbewohner gemieden werden. Ebenso sind Hunde im Wald abseits der Wege anzuleinen. Mit etwas Rücksichtnahme und Beachtung der Regeln dürften sich auch zukünftig Pilzsammler über leckere Funde freuen.

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2 Kommentare zu “ Bedachtes Sammeln von Pilzen schützt Wälder und vor Bußgeldern ”

  1. Maria sagt:

    Hallo Wilfried,

    das ist ein sehr interessanter Beitrag und betrifft genau das, was mich an vielen Pilzsammlern stört. Manche Leute kriegen nämlich das Maß nicht voll und schleppen hoch aufgetürmte Körbe voll mit Pilzen nach Hause. Mein Gedanke ist dann immer, andere möchten auch noch etwas zum Sammeln vorfinden. Diese Gier ist leider weit verbreitet. Bei uns kommen sie von überall her, auch von weitläufigerer Umgebung. An Wochenenden findet ein regelrechter Run auf die Pilze statt. Hinzu kommt, dass viele Leute im Wald sehr laut sind und man deshalb in der Pilzzeit kaum noch Tiere zu Gesicht bekommt. Abgesehen von dem Müll, den viele im Wald, ohne Respekt vor der Natur, hinterlassen.

    Viele Grüsse
    Maria

  2. Ab in die Pilze – Artenschutz und Nachhaltigkeit beim Sammeln beachten! | Gartenelfen sagt:

    […] Pilze übernehmen wichtige Funktionen in der Natur und sind ökologisch äußerst wertvoll Wesen in der Natur. Pilze Verbreiten sich durch das Abgeben von Sporen in die Umwelt, was über den […]

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