Massenpanik auf der Loveparade in Duisburg – Katastrophe mit weitreichenden Folgen –

geschrieben von Ulrike Luecke-Bongartz am 28. Juli 2010
Kategorie: Aus aller Welt, Freizeit & Vereine


Verantwortung übernehmen bedeutet nicht, nur Antworten geben!

"Die Bande der Liebe werden mit dem Tod nicht durchschnitten!" Thomas Mann - Foto ULB

Wenn in diesen Tagen die Medien auf fast allen Kanälen über das schrecklich Unglück während des Techno-Music-Festivals ‚Loveparade’ in Duisburg berichten, gilt mein Mitgefühl uneingeschränkt den Familienangehörigen der Toten und den über 500 Verletzten und ihren Familien.
Mittlerweile 21 junge Menschen, deren Leben noch vor ihnen lag und auf denen alle Hoffnungen, Wünsche und Liebe der Eltern, der Geschwister und Freunde ruhten, wurden brutal aus dem Leben gerissen.

Die Vorstellung, durch solch tragisches Geschehen diese Erde verlassen zu müssen, lässt für die Überlebenden Fassungslosigkeit und ungläubiges Staunen in schier greifbare Nähe rücken. Fragen über Fragen türmen sich zu einem unübersehbaren Berg, der mit keiner Antwort kleiner zu werden scheint.

Im Nachhinein betrachtet, kommt das ganze Desaster nur bruchstückweise ans Tageslicht, und es verschlägt einem wieder einmal die Sprache, wie es möglich war, dass sich so viel Unprofessionalität, Verantwortungslosigkeit, miserable Kommunikation und schier unerklärliche Dummheit und Ignoranz des gesunden Menschenverstandes ungeniert breit machen konnten, bis der Durchführung des Festivals wegen der fehlerhaften Vorbereitung hier im Bereich der Zu- und Abgänge auf grausame Weise ein abruptes Ende bereitet wurde.

Es häufen sich die durch die Logik des Misslingens entstandene Tragödien für Menschen und Tiere und für unsere Erde als einzigem Ort, auf dem der Mensch als Gast ein befristetes Dasein in Würde und Demut ob der wunderbaren Natur und Seinesgleichen so leben sollte, dass nachfolgende Generationen nur mit Stolz auf ihre Vorfahren zurück schauen. Statt dessen ist es immer wieder der gleiche Ablauf. Einseitig ausgerichtete materielle Interessen verdrängen den Blick aufs Ganze. Ein Heer von “Steigbügelhaltern” bereitet den Boden für solche Unglücke und die große, schweigende Masse verlässt sich lieber auf die da oben, statt mit offenen Augen durch die Welt zu laufen und energisch “Stopp” zu rufen, wenn sich Unsinn und Unvernunft offensichtlich und ungehindert breit machen.

Liegt es an mangelnden Kenntnissen über wirkungsvolle Vorgehensweisen, wie wir in unserer demokratisch strukturierten westlichen Welt mit der frühzeitigen Erkennung und Beseitigung von offensichtlichen Missständen umzugehen haben? Ist es die unsinnige Meinung, nur die da oben wüssten, wie es geht? Haben wir immer noch nicht begriffen, dass entschieden vorgebrachte, ordentlich aufbereitete und nachhaltig begründete Beobachtungen heute dank der elektronischen Medien fast unbegrenzt möglich sind? Was läuft da falsch in einem der reichsten und wohlhabendsten Land der Welt?

Bleibt die persönliche Verantwortung des Einzelnen auf der Strecke, wenn Autoritäten sich anmaßen, des Bürgers Wort zu ignorieren, indem sie einfach nicht hinsehen, nicht aufhorchen und diese nicht in die Vorarbeiten von Entscheidungsprozesse mit einbeziehen, weil es Mühe macht und lästig ist, da Bürokratie überschaubare Bahnen so angenehm vorbestimmt?

So denke ich denn,  dass jeder Einzelne von uns immer wieder aufgefordert ist, sich und sein Dasein in Frage zu stellen, sein Wissen über sich und die Welt auf den neuesten Stand zu halten und nach bestem Wissen und Gewissen zu handeln.

Alte Tugenden wie Zivilcourage, Wissensdurst und die immer mehr in Vergessenheit geratenden Grundsätze einer wachen Bürgergesellschaft, die nicht nur auf sich selbst als Einzelperson schaut, sondern auch das Wohl des Schwächeren im Auge hat, dürfen auf eine Renaissance hoffen, weil wir ohne Berücksichtigung dieser Werte wie die Lemminge weiterhin ins Unglück laufen.

In unserer Überschrift heißt es ganz bewusst: „Verantwortung übernehmen bedeutet nicht, nur Antworten geben“! Ich meine sehr wohl, wer auf dem Chefsessel sitzt, ist für das ganze Ergebnis verantwortlich, egal wo der Chefsessel steht und egal, wie groß das Geschehen ist, welches ein Ergebnis hervorbringen soll.

Da sich nun immer mehr die Zeiten im Sinne von Emergenz entwickeln, sollten Führungskräfte, die heute noch der Meinung sind, ihr Alleinstellungsmerkmal sei in erster Linie durch ihre Position und ihr Gehalt begründet, schleunigst das Weite suchen!!

Mehr zu diesem Thema lesen Sie in www.deutschland-deluxe.de

Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren:


Dieser Beitrag hat ihnen gefallen? Dann "Flattrn" Sie uns doch einfach:




Neueste Artikel & Beiträge im Bürger Blog Blankenheim:



Ein Kommentar zu “ Massenpanik auf der Loveparade in Duisburg – Katastrophe mit weitreichenden Folgen – ”

  1. Dorothea F. Voigtländer sagt:

    Mal wieder hat es diese Redakteurin, unsere beliebte Bloggerin ULB,wieder einmal richtig auf den Punkt gebracht. Schade ist nur, dass es zu einem solch traurigen Thema nötig sein mußte. Dieser Beitrag trägt dazu bei, die Gesamtproblematik in weiten Kreisen noch weiter zu erhellen. Es wäre gut, wenn vor diesem Drama mehr Verantwortliche sich über die Folgen einer solchen Veranstaltung Gedanken gemacht hätten, anstatt auf den schnöden Mammon zu schauen. Danke ULB!

hinterlass einen Kommentar


Get Adobe Flash playerPlugin by wpburn.com wordpress themes