Blankenheim/Eifel – Der Heinrichshof – längst auch aktiv als Gnadenhof…

geschrieben von Ulrike Luecke-Bongartz am 21. August 2016
Kategorie: Ideen vor Ort, Natur & Umwelt


…und das begann so:

Zutraulichkeit will geübt sein – erst kürzlich tat dies eine ganze Schulklasse im Rahmen einer ProjektwocheFoto Lange

Die beiden Kamele, genannt Hüggel und Büggel, die auf den Weiden des Heinrichshofs in Blankenheim inzwischen von vielen Besuchern und Wanderern bewundernd, bestaunt und betrachtet werden können, standen vormals im Westerwald. Sie waren von Hause aus zwei ausgediente Zirkuskamele, deren Schicksal auf die Dauer keineswegs ein glückliches Ende zu nehmen versprach.

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2016 Luftbild HH m Halle 800

Das Luftbild vom Heinrichshof sah vor ein paar Jahren noch ganz anders ausFoto Egon Joisten

In der Eifel in Blankenheim hatten Dr. Manfred Jöbgen, seine Frau Verena nebst vielen HelferInnen den 2013 erworbenen Heinrichshof als ‘Landwirtschaftlichen Betrieb’ mittlerweile zu einem Vorzeigeobjekt ausgebaut und vor allen Dingen den Bereich „Pensionspferdehaltung“ großzügig erweitert .

Um nun den beiden Kamelen einen traurigen Lebensabend zu ersparen, fanden diese bei den vielen anderen Tieren auf dem Heinrichshof ein neues Zuhause. Sie kamen im letzten Jahr in die Eifel und genießen seit dem einen sehr komfortablen Ruhestand, denn die Zeit der Zirkusauftritte ist unwiderruflich vorbei.

Gut gefüttert, gepflegt und versorgt, zeigten sich diese beiden gemütlichen Tiere von der besten Seite, sodass sich therapeutische Effekte auf Kinder, Jugendlich und selbst erwachsene Besucher bald nicht übersehen ließen.

2015-09-08 Kamel Foto ULB #155955-800

Kamele in der Eifel fotographieren, das ist gar nicht so einfach.Sie stehen durchaus zutraulich am Gatter, aber man muss sie regelrecht locken, um beachtet zu werden – Foto Luecke-Bongartz

Alleine durch ihre bloße Gegenwart entfaltet die beiden Kamele eine unglaublich wohltuende Wirkung. Mittlerweile dürfen sie sogar gestreichelt werden, dürfen die Besucherfamilien unter Aufsicht mit ins Gatter und sich den großen, fremden Tieren nähern.

Selbst erwachsene Gäste bekommen glänzende Augen, strahlen übers ganze Gesicht und sind überwältigt von der Stimmung und Atmosphäre, die diese Tiere in ihnen auslösen.

Vielleicht aber gibt es also eines Tages sogar das Angebot, auf den Kamele reitend, „eine Runde um den Hof zu drehen“ – man wird ja sehen, was sich zukünftig noch alles ergibt.

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2 Kamele aber machen noch keinen Gnadenhof

16-08-10 - HH Gnadenhof Foto ULB #1377-640

Die beiden Gnadenbrotpferde Brenda und Marvis sind auch sehr zutraulich. Schüler Phil posiert mit ihnen gekonnt fürs Foto – Luecke-Bongartz

Unter dem Begriff Gnadenhof versteht man einen Platz, an dem Tiere ohne wirtschaftlichen und kommerziellen Nutzen für ihre Halter, alt und /oder auch krank (aber schmerzfrei) ihren Lebensabend verbringen dürfen. Das ist also in erster Linie eine Haltungsfrage der Besitzer.

Im Heinrichshof fing es nicht einmal mit den Kamelen an, sondern 3 alte Pferde bekamen schon bald in den Genuss, ihre Lebensabend auf dem Heinrichshof – im klassischen Sinne nutzlos, also ohne wirtschaftlichen Nutzen – zu verbringen.

Sie wurden die „Gnadenhof-Pferde“ genannt und selbstredend mit gefüttert, gepflegt und rund um auch medizinisch versorgt. Ein Pferd starb dann eines Tages, doch die Stute Brenda und der Wallach Marvis erfreuen sich auch im Sommer 2016 noch immer des Lebens und genießen in diesen Tagen die Freiheit auf einer großen Koppel mit schützendem Unterstand.

Hängebauchschweine Hhof Foto ULB #1270A-800

Die zwei “geschenkten” Minischweine sind auch zum Streicheln geeignet und finden das wahrscheinllich sehr schön angenehm! Foto Luecke-Bongartz

Dann gibt es noch ein paar Kleintiere, zum Beispiel 2 Minischweine, die zwar nicht im klassischen Sinne als Gnadenbrot-Tiere zu bezeichnen sind. Allerdings genießen auch sie die volle Pflege, ohne einer wirtschaftlichen Nutzung zugeführt zu werden. Sie wurden dem Hof von Menschen geschenkt, der sie nicht mehr halten konnte.

Nun, der Heinrichshof ist in erster Linie ein Pensionspferdehof, und so kann man ihn nicht mit lauter Gnadenbrot Tieren voll stellen, denn die Haltung muss ja am Ende auch finanziert werden. Auch hatte sich das Thema „Gnadenbrot für Tiere“ mehr durch Zufall entwickelt und daher können sich heute einige Tiere glücklich schätzen, hier noch den Lebensabend verbringen zu dürfen, ohne nutzbringend und kommerziell eingesetzt zu werden.

Doch auch mutterlose Wildhasen, Kaninchen und zugelaufene Katzen erfreuen sich immer mal wieder der vorübergehenden Pflege und Versorgung auf dem Heinrichshof.

Aktiver Tierschutz

15-11-14 Heinrichsh HP Foto ULB 122A-800

Foto Luecke-Bongartz

Daher ist auf dem Heinrichshof auch AKTIVER TIERSCHUTZ hier in mehrfacher Hinsicht das Thema:

Einerseits wird die Reiterei durch professionelle Unterstützung dank Verena Jöbgen als Reittherapeutin so betrieben, dass Pferde und Reiter in Harmonie und Freude miteinander zu tun haben.
Andererseits dürfen Tiere hier ihren Lebensabend verbringen ohne weiterhin kommerziell eingesetzt zu werden.

Das imposante Friesenpferd Tinus, hier im Sommer 2013 bei der Eröffnungsfeier, ist nach unfallbedingter Verletzung mittlerweile auf dem Weg der BesserungFoto Luecke-Bongartz

Noch dazu gibt es auch verletzte Tiere, die – unter wirtschaftlichen und monetären Gesichtspunkten getötet werden müssten – hier aber gesund gepflegt werden oder wenigstens wieder schmerzfrei am Leben teilnehmen können.

Bestes Beispiel ist der bildschöne Friesenhengst Tinus. Er hatte trotz schlimmer Diagnose – dank liebevoller Pflege nach über 2 Jahren seine – unfallbedingte –  Behinderung fast überwunden.

Und last but not least nicht vergessen, erwähnt zu werden, auch das erkrankte Mini-Shetty-Fohlen, das nun dank guter Pflege auch auf dem Weg der Besserung ist.

16-08-10 - HH Gnadenhof Foto ULB #1394A3AT-640

Mit 27 Jahren erfreut sich die Haflinger- Stute immer noch bester Gesundheit – sie darf jetzt den Lebensabend unkümmert genießenFoto Lueck-Bongartz

Mit gutem Beispiel voran gehen

Das Schönste aber an diesem unerwarteten Verlauf der Dinge in Sachen „Gnadenbrot-Idee“ ist aber, dass mittlerweile auch private Pensionspferdehalter ihre Tiere – über die nutzbare Zeit durchs Reiten hinaus – altersgerecht pflegen und füttern und ihnen auch einen Unterstand finanzieren.
Bestes Beispiel ist eine 27 Jahre alte Haflingerstute, auf der schon – die heute erwachsenen Kinder der Halter – das Reiten gelernt haben.

Und die Dankbarkeit der Tiere, die hier auf dem Heinrichshof ein sinnvolles, aber ein „schrecklich schön nutzloses“ Dasein leben dürfen, ist letztendliches gegen kein Hab und Gut dieser Welt aufzuwiegen.

16-03-15 PWo GE HH Foto Lange #101854-A 1

Auch das kleine Minishetty Fohlen musste  ziemlich “per Hand” aufgepäppelt werden, denn es kam nicht ganz gesund auf die Welt – da werden selbst “große Jungs” ganz fürsorglich – Foto Luecke-Bongartz

Wer also  Sinn und Gefühl dafür hat, der mag sich dafür glücklich schätzen und möge die Gelegenheit nutzen, sich dem einen oder anderen Tier zu widmen, z.B. es zu streicheln wie die Kamele es mögen.

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Dank der hiesigen Pflege und Betreuung einfach nur am Dasein der Tiere teil zu haben, auch das ist möglich, denn der Heinrichshof ist für Besucher fast immer geöffnet.

der-heinrichshof-25 - Logo.

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Ein Kommentar zu “ Blankenheim/Eifel – Der Heinrichshof – längst auch aktiv als Gnadenhof… ”

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