Auch in Blankenheim feiern am 11.11.2011 Kinder und Erwachsene das Fest Sankt Martin

geschrieben von Ulrike Luecke-Bongartz am 11. November 2011
Kategorie: Aus aller Welt, Kunst & Kultur


Foto: Lilo Kapp / pixelio.deVon klein auf mit dem Brauch vertraut, kennen die wenigstens Kinder die Geschichte des Heiligen Martin, des Bischofs von Tours aus dem 4. Jahrhundert nach Christus, nicht so ganz genau. Aber die Erinnerung an ihn und seine Taten wird durch zwei schöne Bräuche wach gehalten: Fackelzug und Gänseessen!

An jedem 11. November wird mit Fackelzügen und Gänseessen seit über 1.600 Jahren des Heiligen Martins gedacht. Es ist der Tag der Grablegung des berühmten Bischofs Martin von Tours im Jahre 397, der als erster nicht als Märtyrer heilig gesprochen wurde, sondern wegen seiner herausragenden Lebensführung. (In den frühen Jahrhunderten nach Christus wurden die meisten Christen noch wegen ihres christlichen Glaubens ganz schrecklich verfolgt, gepeinigt und hingerichtet und viele sind uns bis heute als Märtyrer bekannt.)

Martinus, der als Sohn eines römischen Tribuns im heutigen Ungarn – damals Pannonien – geboren wurde, erlebte früh im Reich der Franken welche Rolle die römische Besatzungsmacht bei der Bevölkerung spielte. Er erhielt in Oberitalien eine ausgezeichnete Ausbildung, denn seine Laufbahn war durch seine Herkunft weitgehend bestimmt. Früh schon kam auch er mit dem Christentum in Berührung, wurde mit 10 Jahren als Taufbewerber in die Gruppe der Katechumenen aufgenommen und beugte sich später nur widerwillig dem Wunsch des Vaters, eine Militärlaufbahn einzuschlagen.

Bis er zum Bischof geweiht wurde, vergingen aber noch Jahrzehnte und er absolvierte noch 25 Jahre militärischen Dienst, nachdem er um Entlassung aus dem Kriegsdienst gebeten hatte. Nach vielen Dienstjahren unter verschiedenen Kaisern – und immer auf der Suche nach einer geeigneten Ausdrucksform seiner eigentlichen Bestimmung – die er in Anlehnung an seine militärische Ausbildung eines Tages als „Miles Christi“ bezeichnet hatte – was so viel bedeutete wie „Soldat Christi“ – wurde er 372 im Alter von 40 Jahren zum Bischof von Tours geweiht.

Mit der Errichtung von Pfarreien wurde die Christianisierung in der Landbevölkerung erfolgreich betrieben und es geht auch auf den Einsatz des Heiligen Martins zurück, dass trotz der riesengroßen Pfarreien und ohne unsere modernen Kommunikationsmittel, bereits im 4. Jahrhundert nach Christus im Frankenland und in Gallien, dem heutigen Frankreich, das Christentum mit seinen Klöstern und ausgezeichneten Mönchen zu einer „stabilen Einrichtung“ wurde.

Doch wie kam die Geschichte um die Teilung seines Mantels zustande und warum werden am Martinstag fröhliche Gänseessen zu seiner Erinnerung veranstaltet? Während Martin als Soldat bei der Reiterei der Kaiserlichen Garde in Amiens seinen Dienst tat, trug man über dem Panzer einen weißen Überwurf aus zwei Teilen. Eines Tages im Winter, als Martin Dienst hatte, begegnete ihm vor den Toren der Stadt ein mittelloser Mann, der trotz der Kälte kaum bekleidet war. Das rührte den bewaffneten Martin hoch zu Ross so sehr, dass er seinen Mantel kurzerhand mit dem Schwert teilte und eine Hälfte dem Armen gab. Am nächsten Tag erzählte Martin, dass ihm in der Nacht im Traum Christus erschienen sei und seine Mantelhälfte trug. Doch nicht nur diese Geschichte zeigt einen außergewöhnlichen Menschen. Schon bald wurde auch über Wunder gesprochen, die Martin vollbracht haben soll und die Legende spricht sogar von einer Totenerweckung, die ihm zugeschrieben wird.

Was aber nun die Gänse betrifft, so erzählt man sich bis heute, dass Martin sich in einem Gänsestall zu verstecken suchte, als er zum Bischof von Tours ernannt werden sollte, weil er sich für dieses Amt nicht geeignet hielt. Die Gänse aber schnatterten so laut, dass man ihn bald fand und so wurde Martin dann doch noch zum Bischof von Tours geweiht.

Und so ziehen denn in diesen Tagen viele Kinder mit bunten selbst gebastelten Fackeln durch die Straßen und nicht selten findet sich auch ein Reiter hoch zu Ross und spielt den Heiligen Sankt Martin. Die Erwachsenen aber, die sich nur zu gerne an ihre eigene Kinderzeit erinnern und an die Fackelzüge anlässlich St. Martin, werden für kurze Zeit zurück versetzt. Und wie so oft im Leben, ist im Rückblick alles schön gewesen.

http://www.youtube.com/watch?v=jFw6_CXMfIA&feature=related

Foto: Lilo Kapp / pixelio.de

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3 Kommentare zu “ Auch in Blankenheim feiern am 11.11.2011 Kinder und Erwachsene das Fest Sankt Martin ”

  1. Sabrina sagt:

    Seltsam.. bei uns ist das immer am 10.11. – Laternesingen?!

  2. Sabrina sagt:

    So, ich hab mein Weltbild wieder ins rechte Licht gerückt 😉 Dank dieser Auskunft:

    Wann ist Martinsabend?

    Es fällt auf, dass das Martinsfest am Abend des 10. oder am Abend des 11. gefeiert wird. Nach kirchlicher Zeitrechnung beginnt ein Tag mit dem Sonnenuntergang des Vortages, denn in der Bibel beginnt ein Tag am Vorabend. (Deswegen beginnt das Weihnachtsfest mit Heiligabend). Nach Sonnenuntergang am 10.11. beginnt eigentlich der Martinstag. Vor allem achten katholische Gemeinden auf diese liturgische Zeiteinteilung. Deswegen gibt es in katholischen Gebieten den Nikolausabend am 5. Dezember (obwohl am 6. Dezember Nikolaustag ist).

    Quelle: http://www.dreikoenigsgemeinde.de/glaube/glaube_kirchenjahr_martinstag.php

  3. ULB sagt:

    Ja Sabrina, das hast Du fein beobachtet, allerdings im Blog kann man nicht auf jede Feinheit eingehen, wenn man lieber über die “große” Linie schreibt. So geht es mir jedenfalls,ich pack lieber ein paar verschiedene Details mehr rein, und halt mich dafür an anderen nicht so auf – für diese Ergänzungen sind dann die lieben LeserInnen da!
    Hatte auch den Weckmannbrauch außer acht gelassen, aber den hol ich dann später nochmal nach….. bei näheren Hinsehen, fällt einem sicher noch mehr auf – insbesondere, da ja auchwahrscheinlich in 1.600 Jahren manch regional verschiedener Brauch stattgefunden hat und selbst heute bestimmt noch statt findet.
    Beste Grüße aus der Eifel von der EULE ULB

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